Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag Barnim setzt sich dafür ein, für das geplante Moorschutzgroßprojekt im Niederoderbruch einen neuen Anlauf zu starten. „Dieses bedeutende Klimaschutzvorhaben mit großem Potential für die Entwicklung der Region sollte auf keinen Fall aufgegeben werden“, erklärt Katharina Schreyer, Kreistagsabgeordnete und Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und Umwelt. „Unter Einbeziehung aller relevanten Akteure, der Bevölkerung und in jeglicher Hinsicht Betroffener sollte ein Neustart erfolgen.“
Das Niederoderbruch hat als eines der größten Niedermoorgebiete in Deutschland enorme Bedeutung für den Klimaschutz und die Klimaanpassung. Die in der Vergangenheit stark entwässerten Moorböden sacken immer weiter ab und setzen dabei große Mengen CO2 frei. Diesen Prozess zu stoppen und langfristig umzukehren, muss das Ziel des Projekts sein. Die landwirtschaftlichen Betriebe sollen dabei selbstverständlich einbezogen werden und am Ende von den Maßnahmen profitieren.
Das bisher von WWF, Nabu und Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin geplante Großprojekt, das mehrere Millionen Euro Fördermittel des Bundes in die Region bringen sollte, liegt derzeit auf Eis. Nach kontroversen Diskussionen in der Öffentlichkeit sprach sich der Kreistag Märkisch Oderland gegen das Projekt aus und die bereits beschlossene Kofinanzierung durch das Land Brandenburg ist im Moment gestoppt. Im Barnim wird sich der Umweltausschuss des Kreistages im Mai erneut mit dem Thema befassen.
Die bisherige Projektplanung sah zwei Projektphasen vor. In einer dreijährigen Planungsphase sollten zunächst alle Landnutzer und weitere Betroffene einbezogen und Umsetzungsmöglichkeiten eruiert werden. Erst wenn alle Auswirkungen auf Siedlungen, Infrastruktur, Hochwasserschutz und Landwirtschaftsbetriebe geprüft wurden, die Realisierungsmöglichkeiten klar und die notwendige Akzeptanz vorhanden sind, sollte die 10-jährige Umsetzungsphase beginnen.
„Wir als grüne Fraktion im Kreistag Barnim werben dafür, diese Chance nicht zu vertun. Die Landkreise Barnim und Märkisch-Oderland sowie das Land Brandenburg sollen mithelfen, den Prozess neu zu starten“, so Katharina Schreyer. „Für die Menschen, die in dieser reizvollen Region arbeiten und wohnen, müssen integrative Lösungen gefunden werden, die sowohl den Klima- und Umweltschutz als auch die landwirtschaftliche Nutzung und den Tourismus im Blick haben.“
Katharina Schreyer,
Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft, Umweltschutz und Abfallwirtschaft







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