Nach der Sommerpause legte das Stadtentwicklungsamt die geänderte “Entwicklungsstrategie Wohnbauflächen” im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wohnen und Umwelt zur Beschlussfassung vor. Eine Änderung in der Strategie bzgl. des Projekts Sommerhöhen wurde mit der inzwischen vorliegenden Kaltluftanalyse begründet. Dr.-Ing. R. Burghardt vom Büro BPI aus Kassel stellte die Analyse im Ausschuss ausführlich vor. Im Vergleich zur Bestandssituation beurteilte er die Auswirkungen des Projekts auf das Stadtklima in der geplanten und in einer reduzierten Bebauungsvariante.
Sein Fazit lautet: “Die im Kontext des Klimawandels erwartbaren Veränderungen stellen eine zunehmende thermische Belastung für den Siedlungsraum dar, weshalb es wichtig ist, dass der thermische Ausgleich möglichst früh in der Nacht einsetzt. Dies ist in der Maximalvariante der Sommerhöhen nicht gegeben.” Von der prognostizierten Veränderung des Mikroklimas sind in erster Linie die Bewohner*innen im Siedlungsgebiet Ostend betroffen.
Karen Oehler, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, erklärt dazu:
„Wir sollten die fachlich sehr kompetente und ausführlich erläuterte Analyse ernst nehmen und unserer Verantwortung für die in Ostend und der Innenstadt lebenden Menschen nachkommen. Der Änderungsantrag der Fraktion SPD/BFE, die Baufläche der Sommerhöhen dennoch in die “Entwicklungsstrategie Wohnbauflächen” aufzunehmen und Stadtverwaltung, Politik und Projektentwickler aufzufordern, eine neue möglichst Stadtklima verträgliche und zugleich für den Bauvorhabenträger praktisch umsetzbare Bebauungsvariante zu erarbeiten, steht im krassen Widerspruch zur Klimaanalyse. Jede, in die Freifläche ausgeweitete Bebauung hat einen negativen Einfluss auf die Entstehung und die Ausbreitung von Kaltluft im untersuchten Gebiet. Die Änderung wäre daher ein fauler Kompromiß, um das Aus für dieses anachronistische Projekt abzuwenden.“
Das Versprechen der Projektentwickler, ein klimaverträgliches Bebauungskonzept zu erarbeiten, stellten sie im Bauausschuss selbst in Frage, indem sie erklärten, dass die Reduzierung der maximal möglichen Bebauung das Projekt für sie unwirtschaftlich mache.
Karen Oehler
Fraktionsvorsitzende






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