Die Antwort der Landesregierung auf die von Axel Vogel eingebrachte kleine Anfrage der bündnisgrünen Landtagsfraktion machte sehr deutlich, dass die Landesregierung nicht daran denkt, sich der Bernauer Probleme anzunehmen.
Die sanierte Deponie Ogadeberge wird überwacht, dagegen die mehr oder weniger als „Wundertüte“ anzusehende illegale Müllanhäufung der GEAB nicht.
Vor diesem Hintergrund hat die Fraktion Bündnis90-Grüne/ Piraten einen neuen Antrag in die SVV eingebracht, der das Ziel verfolgt, auch das GEAB-Gelände einem Umwelt-Monitoring zu unterziehen und die Ergebnisse öffentlich zu machen. Dieser Antrag wird voraussichtlich nach der Sommerpause behandelt werden.
Ferner organisierte die Fraktion am 24.06.2015 eine von Thomas Dyhr moderierte Veranstaltung im Bernauer „Treff23“, in der ein mit der Sache vertrauter Ingenieur über das Kunststoffrecycling mit dem Verfahren der Hydrierung (auch Depolimerisation genannt) referierte. Mit diesem Verfahren könnten der Theorie nach die langen Molekülketten des Kunststoffabfalls gespalten und Dieselöl gewonnen werden. Dipl.Ing. Jörg Strümpel erläuterte die 2008er Forschungsergebnisse der Berliner Firma UVE und berichtete von Risiken und Chancen des Verfahrens.
Im Ergebnis seines Vortrags und der Diskussion muss man ernüchtert feststellen, dass die Verwertung des Kunststoffmülls – so wie er auf dem GEAB-Gelände liegt – ohne weiteres nicht gelingen würde. Dazu ist das Material einfach zu schlecht, zu schlecht sortiert und zu inhomogen, als dass man am Ende ein qualitativ hochwertiges Endprodukt gewinnen könnte.
Was allerdings geht, ist die Ausnutzung der Toleranzen des Verfahrens, indem man ein sortenreines Ausgangsmaterial mit dem Kunststoffmüll bis an die Grenzen der Toleranz des Verfahrens quasi verunreinigt und als laufende Beimengung im Prozess entsorgt.
Zu lösen wäre daher das logistische Problem der fortlaufenden Beschaffung von geeigneten Ausgangsmaterialien.
Denkbar ist zudem der Aufbau einer mobilen Anlage, die von Schadensort zu Schadensort transportiert werden könnte. Das würde – wie auch die Diskussion zeigte – der Akzeptanz nützen.
Da das Verfahren bisher nur im Labormaßstab gefahren wurde und offenbar noch nicht großtechnisch erprobt ist, wäre ein gefördertes Forschungsvorhaben denkbar.
Was sich bisher an Unternehmern und Unternehmen auf dem Markt tummelte, gibt hinreichend Anlass zu Zweifeln an deren Seriosität, so dass sich die Suche nach geeigneten Partnern als Herausforderung darstellen würde.
Abschließend kann man feststellen, dass das Weiterarbeiten auf diesem Feld zu lohnen scheint.






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