Fachmarktzentrum Finowfurt: Keine faulen Kompromisse

Die angestrebte Erweiterung des FMZ Finowfurt gehört gegenwärtig zu den am heftigsten diskutierten Themen in und um Eberswalde. Zunehmend ist von Wortbrüchen und Blockaden die Rede. Dazu erklärt die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Stadtparlament Eberswalde, Karen Oehler:

„Diese Art des Umgangs ist keine tragfähige Basis, um die Region voran zu bringen!“ Und weiter: „Die Beurteilung, ob es richtig oder falsch ist, das Fachmarktzentrum nochmals erheblich zu erweitern, kann objektiv weder durch die BürgerInnen noch durch die GemeindevertreterInnen erfolgen. Die subjektiven Faktoren spielen hier eine zu große Rolle in der Bewertung. Allerdings dürfen wir die Beantwortung dieser Frage auch nicht dem Markt überlassen.“

Ganz nüchtern sollten daher Kriterien der Raumplanung betrachtet werden. Zu deren Kernpunkten gehört es zweifelsohne, die Funktion von Kommunen innerhalb der Siedlungsstruktur zu beschreiben und sie durch entsprechende Planungen zielgerichtet zu entwickeln. Bei der Erweiterung des Fachmarktzentrums geht es vor allem um die Frage, ob dort zukünftig Sortimente gehandelt werden dürfen, die nichts auf der „grünen Wiese“ zu suchen haben, weil sie innenstadtrelevant sind. Wer das nicht erkennt, spielt den Handelskonzernen in die Hände. Sie werden freiwillig auf die Kriterien der Raumplanung keine Rücksicht nehmen. Auch das Argument, Arbeitsplätze zu schaffen, ist kritisch zu sehen. Niemand fragt dabei, wie viele Arbeitsplätze im Einzelhandel der Innenstädte gefährdet sind, wenn das Einkaufen immer mehr auf die „grüne Wiese“ verlagert wird.

„Die Suche nach einem tragfähigen Kompromiss ist in diesem Falle aussichtslos“, so Karen Oehler. „Gemeinsame Bekenntnisse zu Verkehrsplanungen (B 167 neu) oder zur Entwicklung des Tourismus (Finowkanal) sind keine adäquaten „Gegenleistungen“ für diese Pläne. Die Abwägung aller Argumente kann nur zu einer Schlussfolgerung führen: Wenn wir unsere Verantwortung für die Stadt Eberswalde und ihr Umland wahrnehmen wollen, sollten wir objektiv formulierte Grundsätze der Raumplanung als Maßstab akzeptieren. Daher wird es von unserer Seite keine Zustimmung zu faulen Kompromissen geben.“

Karen Oehler
Fraktionsvorsitzende Stadtfraktion Eberswalde

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