Obuslinie in der F.-Weineck-Str., Eberswalde: Nicht nachvollziehbarer Widerstand

Zu der Ablehnung des O-Buses in der Fritz-Weineck-Str. durch einige Anwohner erklärt die Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen, Karen Oehler: „In der Kommunalpolitik erlebt man doch immer wieder Überaschungen. Dass Menschen ernsthaft meinen, durch einen Bus, der ohne Abgase und sehr leise durch eine Tempo 30-Zone rollt, sinke die Wohnqualität in ihrem Viertel und man müsse dagegen protestieren, ist schon sehr überraschend und wirklich schwer nachvollziehbar. Eigentlich sollte man denken, die Führung einer Buslinie durch ein Wohngebiet, vorbei an einem großen Schulkomplex, anstatt entlang einer unbewohnten Ausfallstraße ist so selbstverständlich, dass es keiner Diskussion bedarf.

Aber offensichtlich spielen hier andere Beweggründe die entscheidende Rolle. Dort sollten wir ansetzen, um den betroffenen Anliegern ihre Ängste zu nehmen. Fakt ist in jedem Fall, dass die Wohnlage durch eine gute ÖPNV-Anbindung aufgewertet wird. Schließlich kann jeder noch so mobile Anwohner irgendwann in die Situation kommen, auf den Bus angewiesen zu sein.

Andernorts müssen Menschen Autobahnen, Haupt- und Fernstraßen, Zugtrassen oder Industriebetriebe in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld erdulden. In Eberswalde protestiert man gegen einen Bus vor der Haustür, den man selbst nutzen kann. Muss man das verstehen?“

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  1. Glaser

    ” schwer nachvollziehbar ”

    Sehr geehrte Frau Karen Oehler,

    äußern Sie sich in diesem Artikel als Privatperson oder als Politikerin?

    Sie gaben in Ihrem Artikel an, dass womöglich andere Beweggründe eine Rolle spielen.Ich möchte Ihnen diese gern erläutern.
    Ihre private Meinung in allen Ehren aber als Politikein wurden sie gewählt um die Interessen der Bürger zu vertreten. Dabei auch vor allem die Interessen der Bürger die es betrifft.
    Wie sie bereits in ihrem Artikel angemerkt haben, handelt es sich im vorliegenden Fall um ein Wohngebiet und diejenigen Anwohner die hier hergezogen sind,sind gerade deshalb hier her gezogen,weil es ein ganz normales ruhiges Wohngebiet ohne O-Bus ist. Die Anwohner würden dies eher als Abwertung ihre Wohnlage betrachten nicht wie sie meinen als Aufwertung. Weiterhin möchte ich Ihnen auch mitteilen,dass der eigentliche Grund der großen Ablehnung nicht nur in der Belästigung und dem erhöhten Verkehrsaufkommen liegt,sondern in der Sinnlosigkeit dieser teuren Investition.Sollte es um die Schüler des Gymnasiums gehen,dann kann der Zugang über die Eberswalder Str, viel leichter und billiger ausgebaut werden. Damit könnten dann auch alle Schüler erreicht werden. Obwohl ich davon ausgegangen bin,das jungen Menschen auch mal ein paar Meter Fußweg zuzumuten wären. Der Barnimer Busgesellschaft ging es meines wissens nach,mit ihrem Vorschlag darum,mehr Fahrgäste zu erreichen um die jetzige Frequenz der O-Busse aufrecht erhalten zu können und dabei die Wirtschaftlichkeit zu garantieren .Ich kann beim besten Willen nicht erkennen,wie dies bei einer Verlegung der Buslinie von nicht einmal 100 Metern Luftlinie gelingen sollte, und dazu auch noch teure Investitionen getätigt werden müssten.

    Daher möchte ich Sie bitten vor derartigen Äußerungen vor der Presse als Politikerin Abstand zu nehmen ohne die eigentlichen Gründe der Ablehnung zu kennen.

    Ich hoffen Ihnen dabei geholfen zu haben” zu verstehen ”

    Entschuldigen sie diesen Späten Kommentar,aber dass Thema ist ja leider immer noch aktuell.

    Mit freundlichem Grüßen

    Glaser

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    • Karen Oehler

      Sehr geehrte Frau / Herr Glaser,
      entschuldigenn Sie diese ungewöhnliche Anrede, doch leider konnte ich Ihrer Mail keinen Vornamen entnehmen. Ich danke Ihnen für die Darlegung Ihrer Meinung zum Thema Obusverlegung.
      Es gibt aber auch andere Meinungen. Meine persönliche ist eine andere, als Ihre. Wer sich in der Politik zur Wahl stellt (und dann auch gewählt wird), wird dies, weil Positionierungen zu vielen Themen u.a. auch vor der eigentlichen Wahl deutlich mit der / dem KandidatIn verbunden werden können und Wähler deshalb entscheiden, ob jemand in der Kommunalvertretung etc. mitarbeiten solle. Vielleicht können Sie nun verstehen, dass meine persönliche Meinung auch die Meinung der Politikerin Karen Oehler ist.
      Wie Sie wissen, vertrete ich die Ziele von Bündnis 90 / Die Grünen sowohl in der Stadtverordnetenversammlung Eberswalde, als auch im Kreistag Barnim. Zu den grundlegenden und seit langer Zeit verfolgten politischen Zielen der Grünen gehörte schon immer die Förderung des Öffentlichen Personen Nahverkehrs, also Bus und Bahn. Eine Verlegung des Obusses könnte unserer Ansicht nach dazu führen, dass auf Grund der besseren Abdeckung der Erschließung von Finow/Ost die Zahl der NutzerInnen des Busses steigt, weil Wegeentfernungen kürzer werden. Das ist insbesondere auch für eine alternde Stadtgesellschaft langfristig ein Grund dafür, mit Öffentlichen Verkehrsmitteln möglichst direkt in die Wohngebiete zu fahren. Ebenfalls längerfristig könnte durch die Steigerung der Attraktivität der Öffentlichen Verkehrsmittel eine Reduzierung des Individualverkehrs erreicht werden. Damit verbunden sind dann positive Effekte für unsere Umwelt.
      Vielleicht wissen Sie auch, dass im Nahverkehrsplan des Landkreises als Zielstellung formuliert ist, mittelfristig die Obusführung direkt durch die Weineck- Straße zu verlegen. Dafür sind aber auch fahrzeugtechnische Voraussetzungen zu schaffen. Das ist im Landkreis bekannt. Somit könnte die Verlegung der Obuslinie mit der heute zur Verfügung stehenden Fahrzeugflotte wahrscheinlich gar nicht realisiert werden. Die Verlegung der Oberleitungen kann derzeit nicht gefördert werden, so dass auch diese Variante momentan nicht realistisch ist.
      Mit freundlichen Grüßen
      Karen Oehler

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