Wie angekündigt hatte unser Bernauer Stadtverordneter Klaus Labod am 09.12.2010 um 19:30 Uhr in der Bernauer Stadtbibliothek eine Buchvorstellung mit Karl-Martin Hentschel veranstaltet, der hierbei über sein Buch „Es bleibe Licht“ sprach, das im September 2010 im Deutschen Wissenschafts-Verlag Baden-Baden erschien und das die Wege zu einer vollständigen Versorgung Europas mit Ökostrom aufzeigt.
Die Veranstaltung war weniger eine Lesung, als ein Sachvortrag über die in dem Buch abgehandelten Energiefragen, Klimafragen – ein Abriss der verschiedenen Techniken und deren Probleme, auftretende Zielkonflikte und letztlich auch die daran knüpfenden politischen Fragen, die Karl-Martin Hentschel als Abgeordneter der Grünen Fraktion im Schleswig-Holsteiner Landtag zur Genüge kennengelernt und bearbeitet hatte.
Schön war die Möglichkeit für das Publikum, Fragen zu stellen und mit dem Autor zu diskutieren. Hierbei wurden vielerlei Aspekte seines Buches diskutiert, von denen an dieser Stelle nur einige erwähnt werden sollen:
- Die Abkehr von der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas zur Energiegewinnung ist alternativlos. Vorangetrieben müssen dagegen Techniken zur Verkohlung von Biomasse, die auf diese Art und Weise der Luft CO₂ entziehen.
- Erhebliches Energiesparpotential bietet derzeit vor allem der Heizungssektor im Gebäudebereich, wo durch Ertüchtigung der Wärmedämmung eine massive Reduktion des Energieverbrauchs ermöglicht wird. Dieses muss genutzt werden.
- Anders sieht Karl-Martin Hentschel die Situation dagegen auf dem Stromsektor, weil dort durch Einsparungen erzielte Gewinne durch hinzukommende Verbrauchsfelder – u.a. den Verkehrssektor – kompensiert werden.
- Die derzeit vorherrschenden monopolistischen Strukturen auf dem Energiesektor sind der größte Hemmschuh auf dem Weg zu einer Vollversorgung mit Ökostrom, weil sie die Netze beherrschen – eine Schlüsselposition bei der Energieversorgung.
- Ein wichtiges Gegengewicht gegen die Großkonzerne auf dem Energiesektor sind Stadtwerke, deren Förderung Karl-Martin Hentschel uneingeschränkt empfiehlt.
- Ein großflächiger Ausbau der Netze ist für eine hunderprozentige Stromversorgung mit Ökostrom unabdingbar erforderlich. Hierbei treten Konflikte auf, die aber durch eine unterirdische Trassenführung lösbar sind.
- Der Ausbau der Netze setzt aber auch technische Neuentwicklungen voraus, weil es teilweise noch an ausreichend leistungsfähigen Technologien mangelt.
Nach gut 2 Stunden Vortrag und Diskussion war die Veranstaltung zu Ende.
Es war ein sehr informativer Abend, der uns Anwesenden – darunter auch die Geschäftsführerin der Stadtwerke Bernau – allerlei neue Erkenntnisse brachte. Als Nebeninformation war im übrigen auch spannend das Bemühen der Bernauer Stadtwerke, zukünftig einen Ökostromtarif anbieten zu können. Wenn das nicht ein Anreiz zum Anbieterwechsel ist!
Weitere Veranstaltungen mit Karl-Martin Hentschel sind im kommenden Jahr geplant und bereits von mir mit ihm verabredet worden.
Die vereinnahmten Eintrittsgelder sind wie angekündigt dem Eberswalder Hospiz am Drachenkopf zugeflossen.






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