In den kommenden Sitzungen von Kulturausschuss und Stadtverordnetenversammlung wird das von der Eberswalder Stadtverwaltung vorgelegte Erinnerungskonzept für Amadeu Antonio beraten. „Wir begrüßen das vorgelegte Konzept“, so Karen Oehler, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. „Es ist eine ehrliche Bestandsaufnahme und gute Würdigung des bisherigen Prozesses. Auch die vorgeschlagenen konkreten Maßnahmen, die umgesetzt werden sollen, unterstützen wir.
In einem Punkt jedoch teilen wir die Auffassung der Verwaltung nicht. Und zwar in der Vorstellung, dass die Namensgebung für das Bildungszentrum und die Straßenumbenennung konkurrierende Vorschläge seien, von denen nur einer zur Umsetzung kommen könne. Dafür gibt es keine logische Begründung. Im Gegenteil. Beides würde sich aus unserer Sicht ergänzen.
Wir halten daher an dem Vorschlag fest, den benannten Abschnitt der Eberswalder Straße in „Amadeu-Antonio-Straße“ umzubenennen. Das nicht nachlassende bürgerschaftliche Engagement in diese Richtung seitens der Kampagne „Light me Amadeu“ und des Afrikanischen Kulturvereins unterstützen wir weiterhin aktiv. Die Begründung dafür liefert das Erinnerungskonzept selbst. Dort heißt es, dass im Hinblick auf Authentizität und Symbolkraft die Namensgebung für das Bildungszentrum nicht mit der Straßenumbenennung konkurrieren kann.
Die Benennung des Bildungszentrums in „Amadeu-Antonio-Haus“ ist eine gute Sache. Man kann dort Bildung und Beschäftigung mit Rassismus verbinden. Ein Negativaspekt ist dabei dennoch vorhanden. Der ausgerufene öffentliche Wettbewerb zur Namensfindung für das Haus in der Puschkinstraße und die damit einhergegangene Bürgerbeteiligung werden nunmehr stillschweigend beerdigt.“
Karen Oehler
Fraktionsvorsitzende






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