Mit großer Sorge blickten die Stadtverordneten seit Monaten auf die finanzielle Schieflage der Volkssolidarität. Doch die plötzliche und kurzfristige Schließung der Kitas Regenbogen und Rappel-Zappel trifft Eberswalde hart und unerwartet. Für die betroffenen Kinder und ihre Familien ist diese Entwicklung eine tiefgreifende Zäsur im Alltag – für viele gar eine existenzielle Belastung.
Seit der offiziellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Februar 2024 gab es regelmäßige Gespräche und Beratungen im Ausschuss für Soziales, Bildung, Ordnung und Kultur (Fachausschuss F2). Forderungen nach Notfallplänen wurden geäußert, Gespräche mit der Volkssolidarität und dem Interimsgeschäftsführer geführt. Dennoch kam das abrupte Aus für die zwei Einrichtungen ohne jede Vorwarnung – ein Schock, der Fassungslosigkeit zurücklässt.
Die in der Presse kommunizierten, teils widersprüchlichen Begründungen verstärken die Verunsicherung. Umso dringender ist jetzt ein gemeinsames, schnelles und entschlossenes Handeln. Die Realität ist: Eberswalde kann nicht aus dem Stand heraus alternative Betreuungsplätze schaffen – dafür fehlen schlichtweg Personal, Räume und finanzielle Mittel. Doch die Familien dürfen mit diesem Problem nicht allein gelassen werden.
Für die Eltern, die nun vor der schwierigen Aufgabe stehen, Beruf und Betreuung plötzlich unter einen Hut zu bringen, braucht es unbürokratische Unterstützung – und für die Kinder kindgerechte Übergangslösungen, die Stabilität und Geborgenheit bieten.
Torsten Wiebke, Mitglied im Ausschuss F2 für Bündnis 90/Die Grünen, erklärt dazu: „Wir haben großes Vertrauen in die engagierten Mitarbeitenden der Stadtverwaltung und setzen auf ihre Erfahrung und ihr Verantwortungsbewusstsein. In der Stadtverordnetenversammlung am 10. Juli erwarten wir klare Antworten und konkrete Maßnahmen. Wir appellieren an alle demokratischen Kräfte, gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen – im Sinne der Kinder, der Eltern und einer Stadt, die für soziale Verantwortung steht.“
„Freie Träger bereichern unsere Stadt mit Vielfalt und Flexibilität in der Kinderbetreuung. Doch diese Vielfalt braucht stabile, tragfähige Rahmenbedingungen. Wir müssen als Kommune Wege finden, qualitativ hochwertige Betreuung auch in Krisenzeiten abzusichern – mit verlässlichen Verträgen, nachhaltiger Personalbindung und vorausschauenden Notfallplänen.“, so Torsten Wiebke weiter.
Eberswalde war einst Vorbild bei der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern. Jetzt ist es an der Zeit, diesen Weg konsequent weiterzugehen – und die Menschen, die unsere Kinder begleiten, langfristig zu stärken und zu halten.
Torsten Wiebke
Mitglied im Ausschuss für Soziales, Bildung, Ordnung und Kultur (F2)







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