„Dass bei der Sanierung der Weinbergstraße auf das Pflanzen von Straßenbäumen zugunsten von Pkw-Stellplätzen verzichtet werden soll, ist kaum zu glauben“, erklärt Karen Oehler, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Eberswalder Stadtparlament. „Man könnte meinen, das sei ein Scherz.“
In Zeiten von großer Trockenheit, Hitze, Klimawandel und Insektensterben soll es in einer reinen Wohnstraße, die zudem südexponiert ist, keinen Baum, keinen Strauch, keinen Zentimeter Grün geben? Von Hauswand bis Hauswand nur Stein und Asphalt? Und das mit der Begründung, nicht auf PkW-Stellplätze verzichten zu wollen.
Karen Oehler dazu: „Forderungen nach mehr Klimaschutz und nach mehr Lebensqualität in eng bebauten Stadtquartieren erscheinen vor diesem Hintergrund als reine Sprechblasen. Unlängst haben wir ein Programm für mehr Grün in Eberswalde beschlossen. Angeblich ist es schwer, genügend Pflanzplätze für Straßenbäume zu finden. Und nun?“
„Die derzeitige Vorzugsvariante für den Straßenbau missachtet außerdem aktuelle verkehrsplanerische Zielstellungen zur Vermeidung von motorisiertem Individualverkehr. Die Ärztehäuser in der Rudolf-Breitscheid-Straße sind gut mit dem Bus zu erreichen und ein großer Parkplatz wurde vor einigen Jahren unmittelbar an der Weinbergstraße neu gebaut. Interessant wäre nicht zuletzt die Frage, wie die Anwohner der Straße über Straßenbäume denken. Sie wurden aber offensichtlich nicht gefragt.“
Die Vorplanung zum Ausbau der Weinbergstraße wurde in der letzten Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung und Umwelt in Eberswalde diskutiert. Zwei Planungsvarianten – eine mit und eine ohne Straßenbäume – standen zur Auswahl. Am Ende der Diskussion entschieden die Ausschussmitglieder mit einer Stimme Mehrheit gegen die Bäume.
Karen Oehler
Fraktionsvorsitzende






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